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Torrechiara: Der Herr und der Hof
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Pier Maria II Rossi

Pier Maria II Rossi (1413-1482)
Pier Maria II Rossi erblickte 1413 in Berceto als Sohn von Pietro und Giovanna Cavalcabò das Licht der Welt und heiratete im Alter von 15 Jahren Antonia Torelli aus der Familie der Grafen von Montechiarugolo. Später wurde er einer der Heeresführer der Visconti aus Mailand. Ihn verband eine enge Freundschaft mit Francesco Sforza. Nach dem Tod von Filippo Maria Visconti (1447) bestätigte er noch einmal seine Herrschaft über die Lehen seiner Familie und verbündete sich mit Francesco Sforza, dem er 1449 die Signoria über Parma anvertraute. Ab 1450 widmete er sich dreißig Jahre lang der Neuordnung der eigenen Besitztümer, die vom Po bis zu den Appenninen, entlang der Täler des Parma und des Taro reichten. Die lange Glanzzeit des Pier Maria endete 1476 abrupt mit dem Mord an Galeazzo Maria Sforza. 1480 riß Ludovico il Moro das Heft an sich und begann sogleich mit seinem ärgsten Widersacher Pier Maria II Rossi einen offenen Streit, der nach unermüdlichem Widerstand 1482 auf Torrechiara starb.

Zwischen 1448 und 1460 ließ Pier Maria das Schloß Torrechiara bauen und errichtete somit eine ständige Garnison auf einem weitläufigen Streifen des Tals von Parma flußaufwärts der Stadt und schaffte zur gleichen Zeit einen reichen und kultivierten Herrensitz, in dem einige der außergewöhnlichsten Fresken des italienischen 15. Jahrhunderts aufbewahrt werden.