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| Montechiarugolo: Der Herr und der Hof |
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Pomponio
Torelli (1539 - 1608)
Pomponio Torelli kam 1539 in Montechiarugolo als Sohn von Paolo
und Isabella Contrari auf die Welt und genoß seine intellektuelle
Bildung in Padova.
Nach seiner Rückkehr nach Parma im Jahre 1561 besuchte
er den Hof von Ottavio Farnese, wo er wichtige Aufträge
erhielt und für die Abwicklung heikler Staatsgeschäfte
zuständig war. 1585 beendete er erfolgreich die Verhandlungen
mit Filippo II über die Rückgabe der Zitadelle von
Piacenza und wurde daraufhin im Jahre 1583 Privatlehrer des
Herzogs Ranuccio. Wegen des höheren Alters des Herzogs
und des sich ändernden kulturellen Klimas am Hofe der Farnese
zog er sich in die Residenz Montechiarugolo zurück, wo
er sich völlig den Künsten, der Literatur und der
Philosophie verschrieb. Er starb 1608 in Parma und ist in der
Familienkapelle in der Chiesa dell'Annunziata beigesetzt.
Als Kunstkenner und Mäzen beauftragte er gegen Ende des
16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts Cesare Baglione und weitere
Künstler mit der Ausschmückung der Säle des Schlosses
Montechiarugolo mit dem Prunk der Familie Torelli. Unter seiner
Verwaltung nahm Montechiarugolo seine heutige städtische
Gestalt an und der Hof gelangte zu größter Pracht
und Herrlichkeit.
Von seinen Zeitgenossen anerkannt und geschätzt, nahm Pomponio
Torelli an der Debatte über den Ursprung und das Wesen
der Macht mit einer Polemik gegen die Theorien Machiavellis
teil und widmete sich, dem Vorbild Petrarcas folgend der Dichtung.
Er war vielseitiger Intellektueller, aber im Herzen seiner Seele
vor allem Moralist und verfaßte Traktate und Tragödien.
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