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| Colorno: Der Herr und der Hof |
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Barbara
Sanseverino, geboren in Mailand im Jahre 1550, ließ
sich nach ihrer Heirat mit Giberto Sanvitale, dem Stadtherrn
der Sala Baganza in Colorno nieder. Als kultivierte Dame großer
Bildung rief sie einen literarischen Zirkel ins Leben, den sie
selber mit Leben erfüllte und der eine Konkurrenz zum Hof
Farnese in Parma darstellte. Zu dieser Zeit knüpfte Barbara
Sanseverino mit den Gonzaga aus Mantua und den Este aus Ferrara
Kontakte.
Aufgrund ihrer engen Beziehungen zum Hofe von Mantua wurde sie
Opfer von Verdächtigungen, die zur Verfolgung durch Ranuccio
Farnese führten, der sie 1612 zum Schafott verurteilte.Der
Königspalast von Colorno verdankt ihr einen gepflegten
Garten im italienischen Stil mit geometrischen Formen, Beeten,
Brunnen, Wegen und einem Netz eng verschlungener Kanäle,
auf die von den größten Dichtern der Epoche, wie
z.B. Guarini und Tasso, ein Hohelied gesungen wurde. Barbara
Sanseverino trat als versierte Kunstsammlerin in die Fußstapfen
der wichtigsten Familien der Zeit und trug im Palast von Colorno
eine sehr reiche Bildersammlung mit Werken von Tiziano, Gerolamo
Mazzola Bedoli, Giulio Romano, Andrea del Sarto, Correggio,
Parmigianino und zahlreicher flämischer Künstler sowie
eine außergewöhnliche Sammlung antiker Kameen zusammen.
Nach ihrem Tod wurde die Sammlung von den Farnese beschlagnahmt.
Heute ist sie größtenteils im Museum Capodimonte
in Neapel zu bewundern.
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