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| Fontanellato: Kunst und Geschichte |
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Von
langobardischem Ursprung entstand im 12. Jahrhundert auf
Geheiß der Pallavicino die erste Befestigung. Die Entwicklung
von Fontanellato ist jedoch auf die Familie Sanvitale zurückzuführen,
die 1404 Lehen vergab und die Wiederherrichtung der Burg und
die Dorfbefestigung anordnete.
Fontanellato war eine Trutzburg der Stadt Parma gegen die Angriffe
der Signoria der Ebene, nämlich der Rossi, Pallavicino
und Lupi. Die Via Emilia und die Straße, die von dort
den Taro hinauf bis zum Lehen der Landi di Bardi und bis Borgotaro
führt, wurden besetzt.Die Rocca dei Sanvitale ist bis heute
erhalten geblieben und überragt das Stadtzentrum. Um sie
herum stehen weitere Denkmäler des damaligen bürgerlichen
und religiösen Lebens: auf der ringförmigen Piazza,
die die Festung umschließt, thront die Pfarrkirche, die
1447 von Giberto Sanvitale erbaut wurde sowie das Oratorium
der Santa Maria Assunta aus dem sechzehnten Jahrhundert.
Die von einem Wassergraben geschützte Festung hat einen
quadratischen Grundriß und ist aus vier Bauwerkselementen
um einen quadratischen Hof zusammengesetzt. In drei Ecken sind
runde Türme aufgesetzt, zwei davon in Form eines Kegelstumpfs
und im vierten Eck befindet sich ein quadratischer Wachtturm.
Nachdem die Festung mit dem Frieden von Gent (1556) ihre Wehrfunktion
verloren hatte, wurde sie mehrmals verändert, um so die
örtlichen Gegebenheiten an eine Residenzfunktion für
die Familie Sanvitale anzupassen.
Vom Dachgarten aus tritt man in den Turm, wo sich die Kuriosität
der Camera Ottica (Optiksaal) befindet, durch die mittels speziell
angebrachter Spiegel das Geschehen auf der Piazza und am Schloßeingang
verfolgt werden kann.
Im ersten Stock befinden sich die adligen Gemächer der
Sanvitale, die mit Möbeln und weiteren Einrichtungsgegenständen
des 16.-18. Jahrhunderts ausgestattet waren und heute als Museum
dienen.
Der wahre Schatz der Festung ist jedoch der Kleine Saal von
Diana und Aktäon im Erdgeschoß, der im Jahre 1524
von Francesco Mazzola genannt Parmigianino (1503-1540) für
Paola Gonzaga und Galeazzo Sanvitale mit Fresken bemalt wurde.
Die mythologische von Parmigianino in Fresken dargestellte Erzählung
aus dem dritten Buch der Metamorphose" Ovids schlängelt
sich vom oberen Teil der vier Wandtafeln in dreizehn Bogenfeldern
hinweg und erzählt die Wechselfälle im Leben des Aktäon,
der von Diana in einen Hirsch verwandelt wird, als er sie beim
Baden mit den Nymphen überrascht und der dann von seinen
eigenen Hunden zerfleischt wird. Im Gewölbe stützen
Putten und Amoretten Obstgewinde in einer grünen Laube.
Auf der Wandtafel, in der das einzige Fenster des Zimmers angeordnet
ist, sieht man das Bildnis von Paola Gonzaga.
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